Freitag, 8. November 2013

Siam Commercial Bank: Geldautomaten außer Betrieb

Bangkok - Alle Geldautomaten der Siam Commercial Bank werden in der Nacht vom 9. auf den 10. November sechs Stunden lang nicht funktionieren, weil die Bank ein Update aufspielt.
 
Mit dem Upgrade soll am späten Samstagabend begonnen werden, das heißt, dass das komplette Geldautomatensystem der Siam Commercial Bank ab 23 Uhr außer Betrieb sein wird. Die Benutzung der Geldautomaten soll am 10. November ab fünf Uhr morgens wieder möglich sein.
In den sechs Stunden wird es unter anderem nicht möglich sein, Geld mit ATM-Karten oder Kreditkarten abzuheben oder Überweisungen zu tätigen.

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Regierung streicht Amnestiegesetz von der Tagesordnung

Yingluck Shinawatra
Bangkok - Eine Meinungsumfrage in 20 nordöstlichen Provinzen zeigte, dass eine Mehrheit der Befragten den ehemaligen Premierminister und jetzigen Oppositionsführer Abhisit Vejjajiva vor Gericht sehen will, wegen seiner Beteiligung an der Niederschlagung der Proteste im Jahr 2010. Abhisit und sein damaliger Vize-Premierminister Suthep Thaugsuban sind vom Department für Sonderermittlungen (DSI) des Mordes angeklagt worden, weil sie dem Militär erlaubten gegen die Rothemden in Bangkok vorzugehen, dass den Tod von mehr als 90 Menschen forderte. Die meisten davon waren Zivilisten.

Das von der Pheu Thai Party vorgeschlagene Amnestie-Gesetz würde Abhisit und Suthep vor einer Anklage bewahren, während der frühere Premierminister Thaksin Shinawatra, der Bruder von Yingluck, von seinen Korruptions-Vorwürfen befreit wäre.
Aber bei der Umfrage, bei der über 1.100 Menschen aus dem Isaan befragt wurden, meinten 72,5% das Abhisit und sein ehemaliger Stellvertreter vor Gericht gestellt werden sollten, während sich nur 14,4% für das Amnestie-Gesetz aussprachen. 46,6% sind gegen den Vorschlag "Amnestie für alle".
Der offensichtliche Mangel an Unterstützung für das Amnestie-Gesetz ist besonders auffällig in der nordöstlichen Region Thailands dem Isaan, die seit langem als Hochburg der Pheu Thai Party und den Rothemden bekannt ist.

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Abhisit Vejjajiva und Suthep Thaugsuban

Was für die Pheu Thai Party auch alarmierend ist, ist die Tatsache, dass die Umfrage zeigte, dass die Unterstützung für die Regierungspartei bei der regionalen Bevölkerung von 44% um zehn Prozent gesunken ist. Die Umfrage wurde zu einem Zeitpunkt veröffentlicht, in der die Rothemden sich zunehmend von der Pheu Thai Party distanzierten. Viele prominente Rothemden-Führer und Aktivisten verurteilten das Amnestie-Gesetz und beschuldigten die Pheu Thai Party ihr Gelübde gebrochen zu haben, um die Verantwortlichen aus dem Jahr 2010 zur Rechenschaft zu ziehen.

Mit Blick auf weit verbreitete Unzufriedenheit von Verbündeten und Gegnern, hat Premierministerin Yingluck Shinawatra am Donnerstag angekündigt, dass sie die Entscheidung des Senats nicht anfechten würde, wenn sie den Gesetzes-Entwurf ablehnt.
Sie hat praktisch damit signalisiert, dass Amnestie-Gesetz fallen zu lassen. Das Repräsentantenhaus hat mittlerweile zugestimmt, jedes der sechs Amnestie-Gesetze von der Tagesordnung zu streichen. Der Sprecher des thailändischen Unterhauses Charoen Chankomol bat am gestrigen Nachmittag diejenigen Abgeordneten zum Gespräch, die die Gesetzesentwürfe eingereicht hatten. Nach einer Abstimmung (310-1) gegen den ersten Entwurf eines Amnestiegesetzes, wurden die übrigen Anträge zurückgezogen.
Der Senat wird heute am Freitag, nicht wie vorher angekündigt am Montag, seine Entscheidung über den ersten Entwurf des Amnestiegesetzes aussprechen.

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Mittwoch, 6. November 2013

Druck gegen vorgeschlagenes Amnestie-Gesetz wächst

Bangkok - Die regelmäßigen Demonstrationen sind in die Innenstadt von Bangkok zurückgekehrt, als sich Tausende versammelten um gegen das umstrittene Amnestie-Gesetz für die Verbrechen in den vergangenen Jahren während der politischen Unruhen. Das Gesetz könnte auch den Weg für die Rückkehr des ehemaligen thailändischen Premierministers Thaksin Shinawatra freimachen, der seit 2008 im selbst auferlegten Exil lebt. Allerdings sagen auch einige ehemalige Unterstützer Thaksins, dass dieses Gesetz zu weit ginge.

Premierministerin Yingluck Shinawatra versuchte die Spannungen am Dienstag zu entschärfen, in dem sie behauptete, dass die Regierung der Entscheidung des Senats folgen würde, nachdem das Repräsentantenhaus das Amnestie-Gesetz am späten Freitagabend verabschiedete. Allerdings hat auch sie sich für das Gesetz ausgesprochen, weil es Ziel ihrer Partei sei, eine politische Aussöhnung nach Thailand zu bringen.

 
Gegner sagen, dass das Gesetz zu weit bezüglich der Gewährung von Amnestie für viele Straftaten, insbesondere im Zusammenhang mit Korruption des ehemaligen Premierministers Thaksin, Yinglucks Bruder. Zu den Protesten der oppositionellen Demokratischen Partei haben sich Unternehmen, Universitäten und Organisationen der Zivilgesellschaft angeschlossen.
Jurin Laksanavisit, ein Mitglied des parlamentarischen Flügels der Demokratischen Partei, war von den wachsenden Zahlen bei Kundgebungen begeistert. Wir bemühen uns und tun unser bestes, dass sich so viele Leute wie nur möglich den Protesten anschließen.
Die ursprüngliche Fassung des Gesetzentwurfs hatte parteiübergreifende parlamentarische Unterstützung und zielte auf Begnadigungen von Demonstranten und anderen Protesten sowie Gewalttaten zwischen den Jahren 2004 und August 2013. Aber der Entwurf, der dem Unterhaus im Parlament am Freitag übergeben wurde, enthielt auch die Amnestie für Protest-Organisationen und Regierungschefs, wie Thaksin.
Für viele Angehörige der getöteten Opfer würde das Gesetz bedeuten, dass sie nie die Gerechtigkeit für den Tod ihrer Verwandten bekommen werden. Das hat auch bei Mitgliedern der pro-Thaksin Rothemden Bewegung zu widerstand geführt, die sich für eine größere Rechenschaftspflicht bei den getöteten Demonstranten im Jahr 2010 eingesetzt haben. Ein Demonstrant, Herr Boon sei besorgt, dass die Gesetzgebung die Rechtsstaatlichkeit in Thailand untergraben werde.
Der Protestierende Goy Putachartyrajakul wies daraufhin, dass Thaksin der Hauptnutznießer der Amnestie zu sein scheint. "Ich habe zu entscheiden, mich zu zeigen, weil diese Situation mehr ist als nur Schiessen oder Korruption. Es ist Thaksin Shinawatra. Er verdient es nicht nach Hause zu kommen, denn dies ist nicht mehr sein zuhause", sagte Goy.
Die Yingluck Regierung hat seit seinem Amtsantritt im Jahr 2011 in dieser Periode für politische Stabilität gesorgt, aber Thitinan Pongsudhirak, Politologe an der Chulalongkorn Universität, fühlt durch das provozierende Amnestie-Gesetz und der starken Opposition in den letzten Tagen, ein große Herausforderung für ihre Politiker, die nicht so einfach überwunden werden kann.
Dieser Schachzug der Amnestie hat Thaksin ein Bein gestellt und die Yingluck Regierung destabilisiert. Thaksin ist jetzt noch viel weiter entfernt nach Thailand zurückzukehren, als je zuvor. Es wird immer schwieriger für ihn trotz der Rechtsmäßigkeit der Amnestie, wenn es in Kraft tritt. In der Praxis würde er eine schwierige Zeit in Thailand haben, weil er viele Feinde hat, sagte Thitinan.
Allerdings, Thitinan glaubt das Thaksin und seine politischen Verbündeten auch heute noch die Oberhand haben, da er in ländlichen Gebieten immer noch sehr populär ist. Einige vermuten, dass seine Partei zu vorgezogenen Wahlen im Jahr 2014 aufrufen könnte und seine Position im Parlament stärken.
Das Amnestie-Gesetz wird in der kommenden Woche dem Oberhaus des Senats vorgelegt, wo das Schicksal unklar bleibt. Die Demokratische Partei hat beschlossen, dass, wenn der Senat das Gesetz billigt, wird die Opposition die Rechtsmäßigkeit der Amnestie vor dem Verfassungsgericht anfechten.

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Samstag, 2. November 2013

Amnestiegesetz nach Mammutdebatte verabschiedet


Bangkok - Das Parlament hat in der Nacht zum 1. November das umstrittene Amnestiegesetz in zweiter und dritter Lesung verabschiedet. Die Debatte dauerte 19 Stunden. Die Abgeordneten der Demokratischen Partei verließen unter Protest das Parlament. Daher fiel die Abstimmung eindeutig aus: 310 Abgeordnete stimmten für das Gesetz, es gab keine einzige Gegenstimme. Vier Parlamentarier enthielten sich.

Während der Mammutdebatte mit abschließender Abstimmung gegen halb fünf Uhr morgens protestierten weiterhin Tausende in Bangkok gegen die Gesetzesvorlage.
Die Amnestie für politische Straftaten gilt für den Zeitraum vom 1. Januar 2004 bis 8. August 2013. Ausgenommen sind nur Verurteilte, die wegen Majestätsbeleidigung bestraft wurden.
Mit dem Gesetz wurde der Entwurf des Abgeordneten Worachai Hema außen vor gelassen, der mit seinem sogenannten „Worachai-Entwurf“ Politiker und Behördenmitarbeiter wie Sicherheitskräfte und Armeeoffiziere sowie demonstrierende Rädelsführer nicht amnestieren wollte.
Die jetzt verabschiedete Fassung könnte wie der WOCHENBLITZ bereits berichtete, dahingehend interpretiert werden, dass die Verurteilung des ehemaligen Premierministers Thaksin null und nichtig ist. Er könnte nach dieser Lesart nach Thailand zurückkehren ohne seine zweijährige Haftstrafe wegen Vorteilsnahme absitzen zu müssen. Eine weitere Auslegung der Amnestie könnte dahingehend erfolgen, dass Thaksins beschlagnahmtes Vermögen an ihn zurückerstattet werden müsste.

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20.000 demonstrieren gegen Regierung

Bangkok - Wieder gibt es Massendemonstrationen in Thailand. Am 31. Oktober versammelten sich in Bangkok Tausende, um gegen das geplante Amnestiegesetz zu protestieren.
An der von der oppositionellen Demokratischen Partei organisierten Demonstration am Bahnhof Sansen nahmen 20.000 Demonstranten teil. Einigen Medienberichten zufolge sollen es sogar 30.000 gewesen sein.
 
Der Abgeordnete der Demokratischen Partei und ehemalige Vize-Premierminister Sutphep Thaugsuban, der sich dem Protest verschrieben hat, kündigte an, dass er nicht ruhen werde, bis die Regierungspartei das umstrittene Amnestiegesetz zurückzieht. Wenn dies nicht geschehe, werden die Demokraten weiter kämpfen, sagte Suthep und deutete an, dass er womöglich seinen Abgeordnetensitz aufgeben werde, um den Protest der außerparlamentarischen Opposition anzuführen.
Ärzte und Krankenhauspersonal demonstrieren
Rund 1000 Ärzte, Krankenschwestern und andere Mitarbeiter diverser Krankenhäuser demonstrierten ebenfalls gegen das Amnestiegesetz. Sie marschierten vom Ramathibodi Hospital zur Kreuzung Uruphon. Dort trafen sie sich mit Demonstranten der Gruppierung „Netzwerk von Studenten und Bürgern für eine Reform Thailands“.
Dr. Pramuan Virutamasen, Sprecher der „Krankenhaus-Gruppe“, sagte, dass die Regierung sich nicht an geltendes Gesetz halte, wenn sie das Amnestiegesetz erlasse. Nicht nur Ärzte und Krankenschwestern seien gegen das Gesetz, sondern die Bürger Thailands, die gegen Machtmissbrauch seien. Niemand in der Welt könne dies akzeptieren, so Pramuan.
Amnestiegesetz verfassungswidrig?
Damit spielte er auf die Möglichkeit an, dass das geplante Amnestiegesetz gegen die Verfassung verstoßen könnte. Zu diesem Ergebnis kamen Dozenten der Thammasat Universität, Fakultät Rechtswissenschaften. Nicht verfassungsgemäß sei allein die Tatsache, dass Protestführer und Sicherheitskräfte amnestiert werden sollen, obwohl bei der Niederschlagung der Rothemden-Protesten 2010 fast 100 Tote zu beklagen waren.
Wieder wurde darauf hingewiesen, dass in dem ersten Entwurf der Gesetzesvorlage Politiker, Behörden und Protestführer von der Amnestie ausgeschlossen waren. In dem jetzt vorliegenden zweiten Entwurf werden diese aber amnestiert. Nicht amnestiert werden Personen, die im Zuge der politischen Unruhen wegen Majestätsbeleidigung verurteilt wurden. Da hier keine Gleichbehandlung erfolge, so die Rechtsexperten der Thammasat Universität, sei die Gesetzesvorlage auch aus diesem Grund verfassungswidrig.

Etwa 20.000 Demonstranten versammelten sich am Bahnhof Sansen
Etwa 20.000 Demonstranten versammelten sich am Bahnhof Sansen

Polizei in Alarmbereitschaft
6000 Polizeibeamte wurden in der Umgebung des Bahnhofes Sansen stationiert, um für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Der Polizeichef von Bangkok versetzte alle Einheiten in der Hauptstadt in höchste Alarmbereitschaft.
Vier hochrangige Polizeibeamte wurden vorläufig von ihren Posten abgezogen, weil sie angeblich der Demokratischen Partei nahe stehen. Die Versetzung soll einen Monat gültig sein, weil es danach, so hofft der Bangkoker Polizeichef, keine Demonstrationen mehr geben wird.
Landesweite Proteste angekündigt
Protest regt sich auch in anderen Landesteilen. 500 Polizeibeamte wurden in Nakhon Si Thammarat alarmiert und bewachen dort die Provinzverwaltung, weil Demonstranten ankündigten, dort gegen das Amnestiegesetz zu protestieren. Die Demokratische Partei kündigte an, dass ähnliche Proteste in anderen Landesteilen organisiert würden.
Regierungspartei bleibt hart
Währenddessen bleibt die Phuea Thai Party bei ihrer Linie. Der ehemalige Premierminister Somchai Wongsawaterklärte, die Regierungspartei werde keinesfalls das geplante Amnestiegesetz fallen lassen. Von den Abgeordneten der Phuea Thai Party erwarte man, dass sie die Politik der Partei vertreten. Abtrünnigen Parlamentariern drohte Somchai mit Konsequenzen.
Tourismusbranche könnte leiden
Die Tourismusbranche sieht der Zuspitzung der politischen Lage mit Besorgnis entgegen. Der Vorsitzende des Verbandes thailändischer Reiseveranstalter (ATTA),Sisdivachr Cheewarattanaporn, erinnerte daran, dass vor allem asiatische Touristen sehr empfindlich auf Unruhen reagieren und möglicherweise ihre Reisen absagen könnten. Touristen aus Japan, Südkorea und China machten aber inzwischen 30% des Marktes aus.
Er erinnerte daran, dass dem politischen Chaos 2008 die Tourismusindustrie zum Opfer fiel und sechs Monate brauchte, um sich zu erholen. Damals hatten fast 100% aller ausländischen Reisenveranstalter Touren nach Thailand gecancelt. Immer noch gebe es Reiseveranstalter, die seitdem keine Reisen nach Thailand mehr anbieten.

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Freitag, 1. November 2013

Armeechef besorgt über zunehmende Demonstrationen

Armeechef Prayuth Chan-ocha
Bangkok - Thailands Armeechef Prayuth Chan-ocha zeigte sich vor Journalisten besorgt wegen der zunehmenden Demonstrationen gegen das von der Regierung geplante Amnestiegesetz und forderte die Anhänger der einzelnen Gruppen auf, nicht zu einer Eskalation der Situation beizutragen.

General Prayuth verkündete, die Armee plane nicht sich einzumischen, werde die Situation aber genauestens beobachten. “Ich muss alle Demonstranten darauf hinweisen, dass den Anweisungen der Polizei nachzukommen ist und keine Straßen blockiert werden dürfen. Die schrecklichen Folgen der außer Kontrolle geratenen 2010er Proteste sollten uns allen eine Lehre sein“, sagte der Armeechef.
Zu der Anklage gegen den ehemaligen Premierminister Abhisit Vejjajiva und seinen damaligen Stellvertreter Suthep Thaugsuban wollte sich der General nicht äußern und antwortete nur, dass die Öffentlichkeit Vertrauen in die thailändische Justiz haben sollte.
Allerdings zeigte sich Prayuth irritiert und verärgert über die Weigerung des Generalstaatsanwaltes die Existenz der "Men in Black" sowie deren Rolle bei den Ausschreitungen in Bangkok im April/Mai 2010 zu akzeptieren. Der Armeechef betonte, es gäbe eindeutige unwiderlegbare Beweise, dass diese Personen mutwillig eine Eskalation der Situation durch gezielte Einsätze provoziert hätten und es sei von fundamentaler Wichtigkeit herauszufinden, wer sie beauftragt habe.

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