Bangkok - Umweltschützer sind der Auffassung, dass die illegale, nicht gemeldete und unregulierte Fischerei in den thailändischen Gewässern ein verheerendes Ausmaß auf die Zahl der Bestände habe. Sie warnen auch, dass die Gefahr von der Regierung übersehen wird.
Kürzlich legte das Greenpeace-Schiff Esparanza nach einer zweiwöchigen Patrouille im Golf von Thailand in Bangkok an. Seine
Besatzung hat
während dieser Zeit mehr als einhundert Beispiele von
illegaler,
zerstörerischer Fischerei dokumentiert. Das
Schiff begegnete Fischereifahrzeugen mit Grundschleppnetzen mit feinsten Maschen, die
über den
Boden des
Ozeans kratzen und all
das Leben im Meer,
ob groß oder klein,
mit sich zieht.
Die
Umweltschützer sagen,
dass das Marine-Ökosystem in
thailändischen Gewässern mit diesem umstrittenen Verfahren zerstört wird. Die
Netze erfassen auch so
genannte „Abfall-Fische“ (
Jungtiere), was
zu einem massiven Rückgang der Fischbestände führe. Frau
Sirassa Kantaratanakul von Greenpeace in
Südostasien erklärte,
dass bei einem Fang von 100
Kilogramm Gewicht,
rund 60kg Abfall-Fisch seien.
Rund 30% des Fangs
könnte die
nächste Generation des
Ökosystems sein und
unser Essen in
der Zukunft sichern.
Doch wie es aktuell aussieht,
schaut die
Fischerei nur auf die
Gewinnspanne.
Es wird fast
alles verkauft, was die
Netze einfangen.
Firmen verdienen nicht viel mit dem Fisch aus dem Mülleimer,
trotz seiner
Verwendung. Oft
wird dieser in
billiges Futtermittel für landwirtschaftliche Nutztiere verarbeitet.
Abfall-Fische können nur für 4
Baht je Kilo
verkauft werden.
Aber sie nehmen diese Jungfische, um
damit einen Teil ihrer Kosten für Kraftstoff ihrer Trawler
auszugleichen.
„Es ist unverantwortlich“,
meinte Frau
Sirassa.
Frau Sirassa Kantaratanakul und Kapitän der Esparanza Waldemar Alfredo Wichmann überreichen die Beweise der Überfischung im thailändischen Meer an den stellvertretenden Direktor der Abteilung für Fischerei, Herrn Somwong Pimolbut, im Rahmen einer Pressekonferenz an Bord des
Greenpeace-Zahlen deuten darauf hin,
dass die
Fänge in den
letzten 50
Jahren kontinuierlich zurückgingen.
Waren es noch 300
Kilogramm pro
Stunde im Jahr 1961, so
waren es im Jahr 2011
nur noch 25
Kilogramm. Dies
ging aus einem Bericht der Catch Per Unit Effort (
CPUE)
hervor.
Aber die
thailändische Regierung behauptet,
dass die
Zahlen irreführend sind und
dass der Rückgang in den
vergangenen Jahren konstant blieb.
Dr.
Wimol Jantrarotai,
Generaldirektor der Abteilung für Fischerei,
bestätigt dies,
weil die
Regierung entsprechende Maßnahmen getroffen habe.
Darunter wurde ein künstliches Riff,
welches auch als Barriere dient,
entlang der Küste geschaffen und
der Golf von Thailand
wird zu einer bestimmten Zeit für zwei Monate für alle Fischer
geschlossen.
Derzeit sind einige Bereiche geschlossen,
aber man
diskutiert bereits,
diese Sperrzone zu erweitern. „In
jenen Bereichen,
wo die
Schleppnetzfischerei eingeschränkt wurde,
haben sich auch die
Fischbestände wieder erholt“,
sagte Dr.
Wimol.
Eine neue Gesetzgebung für Fischerei wird von
Mitgliedern der thailändischen Nationalversammlung bearbeitet.
Beamte sagen,
wenn es in
nächsten in Kraft
tritt,
werden noch strengere Strafen für illegalen und
zerstörerischen Fischfang vergeben.
Aber einige Kommentatoren vermuten jetzt schon,
dass für größere Fischereibetriebe diese geltenden Vorschriften ignorieren und
gegen die
weit verbreitete Korruption nicht helfen werden.
„Die
kommerziellen Schiffe machen etwa 20%
der gesamten Fischereifahrzeuge aus, die
restlichen 80%
sind kleine Fischer.
Doch die
großen Schiffe fangen rund 90%
der Fische aus den
thailändischen Gewässern. Und
dort liege
das Problem“,
sagte Frau
Sirassa Kantaratanakul.
Die Crew
der Esparanza war
Zeuge mehrerer Fälle, in
denen Trawler
geschützte Gewässer befuhren. Thailand hat
eine drei Kilometer
Sperrzone entlang der Küste. Greenpeace will,
dass diese Zone um
fünf oder sogar 12 Kilometer
erweitert wird.
Während ihrer Überwachungstätigkeit gab
es auch Eingriffe in Marine National Parks.
Es gibt sechs solcher Parks
rund um den Golf von Thailand, die
angeblich tabu sind. Das
Fehlen von
Küstenwachen bedeutet laut Greenpeace,
illegales Fischen ist an
der Tagesordnung.
Greenpeace
Aktivisten teilten mit,
sie sahen viele Boote und die
Besatzung forderte sie auf,
sie nicht bei ihrer Arbeit zu filmen,
als sie zu nah an
der Küste waren. Am
darauffolgenden Tag
waren sie verschwunden. So
zeigt sich,
dass,
wenn die
Regierung ihre Gesetze strenger durchsetzen würde,
niemand dieses bricht.
Beamte argumentierten,
dass es nicht genügend Patrouillen gebe,
aus Mangel an
Geldern.
Greenpeace
warnt Thailand,
dass das Marine
Ökosystem am
Rande eines Zusammenbruchs steht und die
Grundlage von
Millionen traditioneller Fischern und
größeren Fischern bedroht sei. Des
Weiteren wurde gefordert,
dass Beamte nicht genehmigte und
unregulierte Fischerei untersuchen und
der Regierung unterbreiten,
dass,
wenn sie es versäumt haben einzuschreiten,
eine schwere politische Krise sowie eine Umweltkatastrophe auf sie zukommen wird.
Text u. Bilder: Wochen Blitz....